*Letzte Refugien deutscher Ehemaenner* (1/5) von Jens Ullrich Als langjaehrig verheirateter Gatte einer wirklich netten und umgaenglichen Frau, die selbst mich mit einem gewissen Gleichmut ertraegt ;-), will ich doch mal die letzten Zufluchtstaetten der deutschen Ehemaenner aufzaehlen. Niemand wird wohl bezweifeln das jeder Mensch, ergo auch jede Frau, immer noch einen Bereich braucht indem er ganz selbst sein kann. Die Ehepartner koennen sich noch so gut verstehen und harmonieren, trotzdem brauchen beide einen Freiraum der voneinander getrennt ist, da nur auch mit einer gewissen Distanz die Naehe nicht erdrueckend auf beide wirkt. Nun gibt es selbstverstaendlich verschiedene Charaktere von Maennern die auch auf unterschiedliche Art und Weise sich ihre Freiraeume gestalten. Ich werde also die Maenner in Schubladen pressen und erhebe auch keinen Anspruch auf Vollstaendigkeit. Hier darf also gerne noch dran weiterge- sponnen werden. :-) *1. Die Duckmaeuser* Die Duckmaeuser sind die wohl am haeufigsten vorkommende Gruppe. Der Satz "Ja, Schatz" ist ihnen genau bekannt, und in Fleisch und Blut ueberge- gangen, wie der Umgang mit Wischtuch und Staubsauger. Aber diese Gruppe von Maennern ist im Erfinden von Ausreden wohl das kreativste was unser Planet jemals hervorgebracht hat. Sei es nun die Behauptung "Schatz, ich muss aber zur Praesentation des neuen Waschmittels. Schliesslich kann Lochfrass der Tod unserer Waschmaschine sein. Und wenn ich eine neue Waschmaschine kaufen muss, habe ich doch kein Geld mehr um dir ........... zu kaufen". Wer nun denkt das mit dieser "Luege" der Gatte frohgelaunt das Haus verlaesst um irgendwo seine unbewachte Freizeit zu geniessen, der taeuscht sich. Oh nein. Diese Maenner sind dann auch wirklich auf dieser bewussten Praesentation zu finden. Sie schoepfen alleine schon Kraft durch die Tatsache das sie unbeobachtet und alleine irgendwo auftauchen koennen wo sie nicht dauernd angewiesen werden gerade zu sitzen und nicht in der Nase zu bohren. Ist es nicht schoen sich so genuegsam ablenken zu koennen? Wenn sie also demnaechst irgendwo jemanden ganz alleine auf einer Fuehrung durch eine Museum (uninteressiert mitschlurfend und in der Nase bohrend) oder auf einem Tupperware-Festival sehen, dann freuen sie sich mit ihm. Er tankt gerade auf billige Art und Weise Ruhe und Erholung. Wenn sie Glueck haben sehen sie vielleicht noch wie seine Frau ihn abholt. Denn er kann sich immer noch schlecht von diesen Oertlichkeiten trennen und ist meist der letzte der geht. *2. Die Mueslifresser* "Da muessen wir aber drueber reden" ist immer wieder der Start und das Zeichen fuer eine aufmerksame Gattin ihrem Mann schnellstmoeglich eine andere Aufgabe zu geben. Es ist nun mal der absolut sicherste Weg eine Ehe zu einem Martyrium zu machen, wenn man sich mit einer Schuessel Quark und Haferflocken, in Sandalen zusammensetzt um darueber zu reden ob Cornflakes wirklich von gluecklichen Feldern geerntet werden. Diese Leute finden einfach nicht den Weg aus ihrer Studentenzeit, wo sie in WG's gewohnt und Patchwork als Form des Protestes gegen Schlipse und Auto's mit mehr als 40 PS studiert haben. Heute sind sie zwar Beamtet oder zumindest Angestellter aber den trotzigen Wiederstandswillen haben sie noch nicht abgelegt. Diese Leute findet man meist in Gruppen in Parks, Dosenbier und Lagerfeuer sind immer schnell organisiert, oder in der Mensa (nicht alle die dort herum- lungern sind noch Studenten). Dort koennen sie stundenlang diskutieren. Nur niemals sieht man ihre Frauen dabei. Man wuerde sie auch nicht erkennen, da ihre Frauen meist das genaue Gegenteil sind und mit beiden Fuessen fest auf dem Boden der Tatsachen stehen. Und so sind die Mueslifresser auch die eizige Gruppe, welche die Chance und die Moeglichkeit haben sich sogar in der heimischen Wohnung, innerhalb von nur ein paar Minuten, ihren Freiraum zu schaffen. Sie setzen sich einfach im Lotussitz auf ihre selbstge- haeckelte Decke, mueffeln dabei ihren Corny-Riegel und traeumen dabei davon das der gruene Punkt ihres Kamasutraeinbands nicht schneller verrottet als sie selbst. Ende von Teil 1/5