Wie im entsprechenden Artikel beschrieben
wurde, ist das FidoNet ein sog. Nachrichtennetz. Das heisst, dass
Menschen, die "Zugang" haben, die entsprechenden
"schwarzen Bretter" lesen und auch darin schreiben
können.
Diese Bretter haben im FidoNet eine spezielle Bezeichnung: "Echo" ist die gebräuchlichste. Erlaubt ist aber auch "Area". Und wenn man "Brett" sagt, wird man auch nicht gleich erschossen :-)
Solche Echos gibt es zu
Hunderten von Themen. Hier ein Auszug aus der
fidonet.ger, in der etwa 500 deutsche
Echos gelistet sind:
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STARTREK.GER
Star Trek
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Nun ist es natürlich keineswegs so, dass in jedem Echo gleich viel geschrieben würde. In der Tat sieht es - leider - so aus, dass viele Echos wochen- oder monatelang kaum Traffic aufweisen.
Dies ist in der Tat das momentan grösste Problem des FidoNet. Die Mitglieder verschwinden, meistens zu gunsten des Internet/Usenet. Das ist wohl auch der wichtigste Grund, wieso wir diese Seiten erstellt haben.
Aber zurück zum Thema. Öffnen wir z.B. mal die STARTREK.GER
und schauen uns an, was da so drin ist:
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342 10.02 michael kleerbaum
malte schmidt -Ergebnis: Umfrage
Fil
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Diese Nachrichtenansicht stammt aus dem Pointprogramm CrossPoint. Bei anderen Programmen kann dies leicht variieren.
Gemeinsam ist allerdings allen, dass sie die Nachrichten in einem Echo in einer übersichtlichen Listenform präsentieren. So ist auf einen Blick ersichtlich, wie gross die Nachricht ist, wann sie geschrieben wurde, wer sie geschrieben hat, an wen die Nachricht adressiert wurde und um was es in der Nachricht geht ("Betreff").
Alles, was nun in dieser Liste dargestellt wird, kann man als Point - also als Mitglied des FidoNet - lesen, sofern man das entsprechende Echo, hier die STARTREK.GER, bei seinem Boss bestellt hat.
Da das FidoNet ein sog. Offline-Netz ist, befinden sich alle Nachrichten nach dem sog. "Poll" auf der eigenen Festplatte und man kann so lange lesen und schreiben wie man möchte, ohne dass irgendwo ein Gebührenzähler tickt. Mit einem neuen Anruf bei seinem Boss kann man seine eigenen Nachrichten dann abschicken und neue Mails hereinholen.
Die Abläufe, wie genau das passiert, sind in
beschrieben.
Um zu verstehen, wie die Kommunikation allgemein funktioniert,
öffnen wir einfach mal die oben gezeigte Nachricht von Michael
Kleerbaum an "Alle" mit dem Betreff "Heutige
DS9-Folge":
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Empfaenger : /FIDO/STARTREK.GER (Alle)
--- CrossPoint v3.12d R
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Die ersten Zeilen sind Auszüge aus dem sog. Header der Nachricht. Hier ist auf einen Blick ersichtlich, in welches Echo die Nachricht gepostet wurde, an wen sie 'bestimmt' ist (hier an 'alle'), von wem sie abgeschickt wurde (mit kompletter Adresse), welchen Betreff sie hat und wann genau sie abgeschickt wurde.
Die Nachricht selbst kann natürlich alles enthalten. Es sollte nur zum Thema des jeweiligen Echos passen.
Die Mail wird abgeschlossen durch die Signatur (auch Footer genannt) des jeweiligen Schreibers (hier einfach "Michael"), der sog. Tearline, die oft das verwendete Pointprogramm (hier "CrossPoint") angibt und dem sog. Origin, das ganz hinten die Adresse des Absenders und meist irgendeinen frei bestimmbaren Spruch enthält (hier nicht).
Wenn wir noch einmal in die obige Liste schauen, sehen wir, dass es noch weitere Nachrichten mit diesem Betreff gibt, allerdings mit einem "Re" davor. Dieses "Re" steht für "Reply", also "Antwort".
Öffnen wir einfach mal die Antwort, die Jens Hassler an Michael
Kleerbaum geschrieben hat:
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Empfaenger : /FIDO/STARTREK.GER (michael
kleerbaum)
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Die Nachricht ist wieder so aufgebaut wie auch die andere. Mit dem Unterschied, dass in der Nachricht selbst ein weiteres Element hinzukommt: Der sog. Quote.
Quotes sind die Zeilen, die durch ein "mk >" (die Initialen des Erstellers der Bezugsnachricht und ein ">") eingeleitet werden. Das bedeutet ganz einfach, dass diese Zeilen von Michael Kleerbaum in seiner Originalnachricht (auf die Jens Hassler geantwortet hat) geschrieben und hier von Jens "gequotet" werden, um den Bezug herzustellen und auf bestimmte Teile 'direkt' antworten zu können.
Siehe dazu den folgenden Artikel, der direkter auf das Quoten eingeht:
Man muss nicht quoten, wenn man antwortet, aber Quotes sind ein sehr gutes Hilfsmittel, um bei einer Diskussion den "Faden" nicht zu verlieren. Es gibt aber auch noch ein anderes Hilfsmittel, den sog. Kommentarbaum.
So etwas sieht z.B. so aus:
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4063
02.02 Christoph Ripp @ 2:2432/203.10
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Auf eine Nachricht von Christoph Ripp gab es also zwei Antworten: Von Jens Hassler und Michael Kleerbaum. Auf die Antwort von Jens Hassler antwortete nur Christoph Ripp, auf die von Michael Kleerbaum antworteten Markus Reichelt und Christoph Ripp. Und auf Markus Reichelts Antwort gab es wiederum zwei Antworten, von Christoph Ripp und Tanja Scharrer. Auf letztere gab es wieder drei Antworten und auf jede von diesen wieder mindestens eine.
So kann das theoretisch unendlich weitergehen. Man sieht auf einen Blick, wer wem geantwortet hat. Die Nachrichten in so einem Diskussionsbaum drehen sich idealerweise alle um dasselbe Thema. Die Diskussion um dieses Thema nennt sich auch "Thread".
Um das noch etwas zu verdeutlichen: Der Kommentarbaum, der sich
aufgrund der obigen Mail von Michael bildete, sieht so aus:
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372 12.02
michael
kleerbaum
Heutige DS9-Folge
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Um genau zu begreifen, wie das letztendlich in der "Praxis" aussieht, muss man sich das am besten selbst ansehen. Doch um am FidoNet teilnehmen zu können, ist es sehr gut, über die grundlegenden Hintergründe Bescheid zu wissen. Wie funktioniert das ganze Zeug überhaupt? Wie werden die Mails ausgetauscht?
Dies behandelt der folgende Artikel:
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