Fido over IP mit Linux - Installation


BinkD installieren

Sobald die Datei binkd094.zip heruntergeladen ist, sollte sie auf dem heimischen Rechner irgendwo entpackt werden, es enpfiehlt sich beispielsweise das Verzeichnis /usr/src/binkd094, was ja schon die Vermutung naheliegt, dass hier mal wieder ein bisschen Handarbeit angesagt ist. Aber wer die bisherigen Installationen unter Linux überlebt hat, für den ist auch dies hier tendenziell ein Klacks.

Zu Beginn gilt es also, ins gerade mit den frischen Dateien versorgten Verzeichnis /usr/src/binkd094 zu wechseln. Wenn man den Anweisungen in der dort liegenden Datei "!README" folgt, so sollte man zunächst mittels des Befehls "cp mkfiles/unix ." die nötigen Installations-Skripte für Unix aus einem Unterverzeichnis herauskopieren und anschließend dann "sh configure" dafür sorgen lassen, dass der weitere Kompiliervorgang ordnungsgemäß vor sich geht. Mit einem einfachen "make" wird selbiger auch dann gestartet, anschließend kann man, sofern man Root-Rechte sein eigen nennt, mit "make install" das fertig kompilierte BinkD an Ort und Stelle bringen, um mit ihm arbeiten zu können. Bei einer Testinstallation gab das allerdings ein paar Probleme, weil make ein Skript ausführen wollte, das aber gar nicht ausführbar war. Dumm gelaufen. Ein "chmod +x mkinstalldirs" behob den Fehler und BinkD wurde fröhlich installiert. Wer es sucht: das Programm hat es sich im Verzeichnis /usr/local/sbin bequem gemacht, eine mitgelieferte Beispiel-Config wurde ins Verzeichnis /usr/local/etc kopiert und die Manuals liegen in /usr/local/man.


BinkD konfigurieren

Da dem BinkD aber eigentlich völlig egal ist, wo seine Konfiguration liegt, halten wir uns nicht an das Beispiel, sondern benutzen lieber weiter den Ort, der schon aus der Installation der übrigen Fido-Software vertraut ist, nämlich /etc/fido. Dort soll also jetzt die Datei binkd.conf angelegt werden, wobei die folgenden Zeilen als Vorbild dienen soll. Vorweg noch: hier ist nicht, wie bei den anderen Programmen für Linux jede einzelne Zeile dokumentiert, weil vieles einfach unverändert bleiben sollte und die Anleitung dann nicht unnötig komplex werden sollte. Aber zur Erinnerung: Die ausführliche (englische) Anleitung gibt es hier zum Download.

Aber nun zur binkd.conf:

# Pfad anpassen! Hier sollte das neue (!) Outbound-Verzeichnis stehen, das Du
# in den vorigen Schritten vergeben hast. Die "2" ist die Fido-Region.
Domain fidonet /etc/fido/out 2

Hier muss der richtige Pfad angegeben werden, wo das "Outbound"-Verzeichnis zu finden ist, welches dir noch aus der ursprünglichen Fido-Konfiguration ein Begriff sein sollte.

Bei den hier verwendeten Pfadangaben wird davon ausgegangen, dass du die Pfade so gewählt hast, wie in den Beispielkonfigurationen der Anleitungen. Falls du das nicht getan hast, musst du natürlich die Pfadangaben auch hier anpassen.

Domain fido alias-for fidonet
Domain fidonet.org alias-for fidonet

Diese Zeilen einfach so übernehmen.

# Adresse anpassen!
# hier muss Deine(!) komplette Fido-Adresse hinein
Address 2:240/2188.62@fidonet

Hier muss deine (neue) Fidonet-Adresse hin. Diese Adresse solltest du von deinem Sysop erhalten haben, als du bei ihn um einen Fido-over-IP-Zugang nachgefragt hast. Das "@fidonet" kannst du einfach übernehmen.

Sysname "Michaels Winpoint"

Hier kannst du dir irgendeinen schönen Namen für dein System ausdenken. Um Verwirrung im FidoNet zu vermeiden, kannst du ja den gleichen wie in Binkley nehmen. Aber eigentlich interessiert das eh niemanden.

Location "Bad Schwalbach, Germany"

Dein Wohnort.

Sysop "Michael Dauth"

Dein vollständiger Name sollte hier eingetragen sein.

Die folgenden Angaben können unverändert übernommen werden:

nodeinfo 64000,TCP,BINKP
call-delay 5
rescan-delay 10
maxservers 2
maxclients 2
try 3
hold 600
send-if-pwd
percents
printq

Jetzt kommt nochmal ein bisschen Arbeit:

# Pfad anpassen!
log /etc/fido/log/binkd.log

Hier erscheint das Logfile von BinkD, also sein "Tätigkeitsbericht". Auch hier ist wieder darauf zu achten, dass die richtige Pfadangaben benutzt werden.

Die folgenden Angaben können wieder übernommen werden:

loglevel 5
conlog 5
percents
printq
backresolv

Bis hierher, denn die nächsten Angaben müssen mal wieder geändert werden:

# Pfad anpassen!
inbound /etc/fido/in.sec
# Pfad anpassen!
inbound-nonsecure /etc/fido/in.sec

Auch hier gilt wieder: darauf achten, dass diese Pfade dem entsprechen, was man auf seinem eigenen Rechner auch installiert hat. Und, wie es oben auch steht, sollte das Verzeichnis c:\programme\winpoint 95\inbound\nonsecur\ angelegt werden, falls es noch nicht existiert.

Die nächsten drei Einträge sind wieder mal einfach nur zu übernehmen:

minfree 8192
minfree-nonsecure 8192
kill-dup-partial-files

# Adresse anpassen!
# diese Angaben musst(!) Du Dir vorher von Deinem Boss besorgen, sonst geht nichts
node 2:240/2188@fidonet kruemel.dnsalias.com;kruemel.eyep.net.org;kruemel.dyns.cx PASSWORT

Diese letzte Zeile ist nun extrem wichtig, hier steht nach dem Wort "node" zunächst die Adresse des Nodes, bei dem man Point ist, auch hier kannst du das "@fidonet" wieder übernehmen. Anschließend folgen die Internet-Adressen dieses Nodes, dies können entweder Namen oder IP-Nummern sein. Es können durch Semikolon getrennt auch mehrere Adressen eingegeben werden, falls meine eine nicht funktionieren sollte, werden diese dann von BinkD durchgearbeitet. Zum Schluss folgt das Password, welches man von seinem Node erhalten hat.

Das restliche System anpassen

Da du nun eine neue FidoNet-Adresse besitzt, müssen natürlich auch die übrigen Angaben angepasst werden, besonders GoldEd und hpt sollten über diese kleine, aber wesentliche Änderung informiert werden. Ausserdem ist das Skript zum Pollen anzupassen, damit BinkD überhaupt benutzt wird.

Der Reihe nach, beginnen wir beim einfachsten, nämlich bei GoldEd. In dessen Konfiguratoinsdatei (zur Erinnerung: /usr/local/fido/golded/golded.cfg) muss man sich zunächst dem Keyword "Address" widmen. Jenachdem, ob die Benutzung von Fido-over-IP deine bisherige Mailbox entweder ersetzen oder ergänzen soll, kannst du hier mein einer weiteren "Address"-Zeile deine neue Adresse entweder ergänzen oder du überschreibst die alte Adresse einfach. Besonders im letzteren Fall, also wenn die neue Adresse die alte komplett ersetzen soll, muss man sich auch noch ans Ende der golded.cfg begeben, wo nämlich die ganzen Area-Definitionen stehen. Jeder Area ist nämlich eine deiner Adressen zugeordnet und da diese nun gewechselt hat, muss das auch hier geändert werden. Sollte die neue Adresse nur ergänzend sein, musst du natürlich nur die Areas ändern, die du zukünftig über die IP-Mailbox lesen möchtest.

Die Änderungen in hpt sind vom Sinn her die gleichen, vom Schreibaufwand her ein bisschen mehr. Zunächst gibt es auch hier das Keyword "Address", was nicht nur genauso heisst wie in GoldEd, sondern auch die gleichen Konsequenzen verlangt. Weiter muss man dann für die neue Box einen weiteren "Link"-Eintrag anlegen oder den alten ersetzen. Wie das funktioniert, kann man sich ja am bisherigen Eintrag orientieren. Weiter ist die Angabe bei "route" zu ergänzen oder zu ändern - und jetzt kann es etwas komplizierter werden. Einfach bleibt es, wenn die bisherigen Angaben einfach nur ersetzt wurden, dann ist auch bei diesem Eintrag schlicht nur deine alte Adresse durch die neue zu ersetzen. Solltest du deine bisherige Fido-Mailbox als Stammbox, also die Box, über die die meiste Mail gehen soll, beibehalten und die IP-Box nur für wenige Echos benutzen wollen, dann sollte ebenfalls der bisherige Eintrag erhalten bleiben und darüber die Zeile "route 2:240/2188 2:240/2188.*" ergänzt werden, so dass alle Mail, die in Echos geschrieben wird, die für IP gedacht sind (und die NetMails für deine IP-Mailbox), auch wirklich über IP rausgehen und alle anderen Mails auf dem bisherigen Wege. Die oben benutzte Node-Nummer ist natürlich an die deines neuen Sysops anzupassen und sollte mit dem Eintrag im "Link"-Bereich übereinstimmen. Umgekehrt, wenn du eigentlich alles über IP machen willst und nur noch ein paar Kleinigkeiten über deine bisherige Box, so machst du das dem System dadurch klar, dass du die route einträge so stellst, dass bei dem mit dem "*" die IP-Box steht und bei dem anderen deine alte Box. Schließlich müssen auch hier noch, wie schon bei GoldEd die Angaben für die Echos angepasst werden. Achtung: für jedes Echo kommt hier einmal deine Pointnummer, mit der du dort schreiben willst und einmal die zugehörige Nodenummer vor. Natürlich solltest du bei einer Änderung auch beides anpassen.

Nun muss nur noch kurz die Datei /usr/local/bin/poll angepasst werden, welche ja bei der Ursprungskonfiguration angelegt wurde, um den Pollvorgang zu automatisieren. Dort steht in einer Zeile "btxe ...", soll die bisherige Box via Modem/ISDN auch noch weiter angepollt werden, wird hier drüber oder drunter folgendes ergänzt, ansonsten wird die Zeile dadurch ersetzt: "binkd -p -P 2:240/2188 /etc/fido/binkd.conf", wobei auch hier, wie immer, die richtige Nodenummer eingefügt werden muss.

Das sollte es eigentlich gewesen sein.

Weitere Infos

Weitere Infos bekommst du im FidoNet hoffentlich in den Echos FIDO_IP.GER, LINUX.FIDO.GER und GOLDED.GER. Für ganz harte Fälle mit dem Programm BinkD gibt es auch noch das englischsprachige Echo BINKD - und schließlich hilft auch hier das WIF-Team gerne weiter, wenn es kann.

Viel Spaß also mit Fido-over-IP...



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