Weiter geht's. Mittlerweile haben wir uns, oder besser: hast du dich bis zum Mail-Reader und -Editor vorgekämpft. Wie schon angekündigt, soll für diese Aufgabe das Programm GoldEd zum Einsatz kommen.
Zunächst eine kleine Vorstellung dieses Programms: GoldEd ist einer der weit verbreitesten Mail-Reader für das FidoNet, jedenfalls im Bereich der modularen Lösung. Es gibt wohl auch kaum ein anderes Programm auf diesem Gebiet, das über die Jahre hinweg wirklich so sehr ausgereift und weiterentwickelt wurde. Das bedeutet zum einen: GoldEd kann wirklich so gut wie alles, was man benötigt. Der Nachteil: es ist sehr komplex und kann daher auch einiges, was man selbst wohl nie gebrauchen kann. Diese Komplexität lässt schon wieder eine nette Hürde wermuten: die Konfiguration - aber keine Sorge, schlimmer als die beiden vorangegangen ist sie auch nicht.
GoldEd gehört auch zu den Programmen, dessen Source-Code frei zugänglich ist, was zu einigen unterschiedlichen Versionen geführt hat. Die letzte Version vom "Erfinder" ist GoldEd 3.0.1 von Odinn Sorensen, leider hat er die Entwicklung mittlerweile eingestellt. Auch eingestellt hat die Entwicklung Dirk A. Müller, von welchem die GoldEd-dam-Versionen stammen. Die Version, die wir uns betrachten wollen, ist die 3.0.1-dam2, welches also eine Version von Dirk A. Müller ist, die auf der Original 3.0.1 basiert. Noch entwickelt wird am sogenannten GoldEd+, welches von einem russischen Autor eine Zeit lang sehr engagiert weitergebastelt wurde. Mittlerweile haben sich aber wieder einige andere Menschen der Entwicklung angenommen, so dass GoldEd+ noch immer nicht stillsteht. Auch diese Versionen sind mittlerweile sehr gut zu gebrauchen.
Augrund der guten Erfahrung mit dem hier vorliegenden - etwas älteren - Binary empfehlen wir Einsteigern jedoch zunächst diese Version. Wer Probleme mit diesem Binary hat oder wer vielleicht auch einfach die aktuelleren Versionen ausprobieren möchte, findet diese im Netz z.B. unter golded-plus.sourceforge.net, den wirklich allerletzten Stand der Entwicklung gibt es zur Zeit allerdings auf der Seite www.mik.nu/golded-plus/. Mehr dazu auch noch einmal weiter unten im Text.
Die Bedienung von GoldEd ist nicht schwer, die einzige Hürde bei der Eingewöhnung in das Programm ist das Erlernen einiger Tastaturkürzel, womit man als Linux-Benutzer aber eigentlich keine Probleme haben sollte. Einige Dinge sind sogar recht intuitiv, wie etwa das Navigieren durch die Nachrichten oder verschiednen Echos mit den Pfeiltasten, ein Druck auf Enter öffnet eine gewählte Nachricht, etc. An andere Tasten gewöhnt man sich recht schnell, nachdem man sie im Alltag einige Male benutzt hat - wahnwitzige kürzel wie etwa in Emacs kommen aber kaum vor.
Aber genug der Vorrede, am besten überzeugst du dich von GoldEd wohl, indem du es dir installierst.
GoldEd wird als Linux-Binary (ELF) geliefert, ohne irgendwelche RPMs. Im Originalarchiv von Dirk A. Müller ist auch tatsächlich fast nur die Datei "gedlnx" vorhanden und zusätzlich noch einige Installationshinweise. Damit kommt man jedoch nicht wirklich weiter als bis zu einer netten Fehlermeldung, weshalb bei uns einige nötige Konfigurationen und auch die (englische) Originalanleitung mitgeliefert wird.
Wähle dir also ein schönes Verzeichnis für deine GoldEd-Installation aus. Auch hier gilt wieder das gleiche wie bei BinkleyTerm: GoldEd kommt ursprünglich nicht aus der Linux-Welt, weshalb es zwar sicherlich möglich ist, die Installation an die übliche Verzeichnis-Struktur anzupassen (cfg ins /etc, Binary nach /usr/bin,...), was wir uns aber für den Einstieg und die Übersicht zunächst mal ersparen wollen. Als Beispiel-Verzeichnis sei hier /usr/local/fido/golded genommen.
Hier solltest du das Archiv von unserer Homepage auspacken und dabei darauf achten, dass die im Archiv vorhandene Verzeichnis-Struktur erhalten bleibt. In deinem GoldEd-Verzeichnis sollten sich nun auch noch die Unterverzeichnisse doc/ und xlat/ befinden.
Die Installation ist damit schon beendet. Du solltest vielleicht noch kurz testen, ob sie auf deinem System auch läuft, indem du einfach mal kurz "gedlnx" ausführst (beachte: "./gedlnx" aufrufen), erhälst du die Fehlermeldung, dass GoldEd die golded.cfg nicht finden kann, ist das erstmal in Ordnung. Erhälst du irgendwelche "Segmentation faults" oder ähnliches, scheint das Binary auf deinem System nicht zu funktionieren. Du hast dann mehrere Möglichkeiten: auf der Homepage von Dirk A. Müller sind noch weitere Binaries vorhanden, wir haben hier die "static"-Variante benutzt, teste einfach mal die anderen. Hilft auch das nicht, kannst du natürlich noch die Originalversion von Odinn versuchen (www.goldware.dk), ebenfalls ein Linux-Binary. Dann bleibt noch der Versuch mit dem Binary von der Seite golded-plus.sourceforge.net. Und wenn auch das nicht funktioniert und du dennoch GoldEd benutzen willst, bleibt dir vielleicht noch die Chance des Selbstcompilierens, die Sourcen sind ebenfalls auf golded-plus.sourceforge.net zu finden.
Alternativ kannst du, falls du mit GoldEd wirklich so massive Probleme hast, dich auch an die Installation von MsgEd wagen, welches wie hpt ein Teil des "Husky-Projects" ist und daher von der Installation her recht zuverlässig. Eine aktuelle Version gibt es natürlich auf der Husky-MsgEd-Homepage.
Ich gehe jetzt mal einfach davon aus, dass bei dir alles problemlos geklappt hat und du dich somit nun an die Konfiguration von GoldEd machen kannst. Diese besteht zu einem sehr grossen Teil aus "Kann"-Elementen, soll heissen: natürlich benötigt auch GoldEd die ein oder andere technische Angabe, die auf jeden Fall gemacht werden muss, doch darüber hinaus gibt es noch unzählige Parameter, mit denen es möglich ist, das Programm an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Wird für diese Parameter nichts angegeben, ist das nicht weiter tragisch: GoldEd verhält sich dann einfach so, wie es der Autor selbst für sinnvoll befunden hat. Frei konfigurierbar ist bei GoldEd fast alles: Farben, Tastenbelegung, Sprache, Mail-Vorlagen, Format der Anzeige von Mails,...
Viele der Originaleinstellungen halte ich persönlich für recht sinnvoll. In der nun folgenden Beispiel-Cfg sollen daher auch nur einige wenige der konfigurierbaren Punkte erläutert werden, es sind dann natürlich diejenigen, bei denen ich eine Änderungen für sinnvoll hielt - aber auch das ist schon wieder nur mein persönlicher Geschmack. Eine Erläuterung sämtlicher Parameter, die in die Konfiguration von GoldEd eingetragen werden können, würde den Rahmen dieses Dokumentes bei weitem sprengen. Wer jedoch etwas experimentieren will, dem sei folgende Literatur empfohlen: die Datei "goldref.txt" enthält auf über 100 Seiten eine komplette Beschreibung aller Konfigurationsoptionen, die "advanced.cfg" ist eine sehr ausführliche Konfigurationsdatei, in der sehr viele Optionen besipielhaft vorgestellt werden. Beide Dateien sind im doc-Verzeichnis deines GoldEd-Verzeichnisses zu finden.
Nun aber zur Konfiguration. Im GoldEd-Verzeichnis ist eine Datei
namens golded.cfg zu erstellen, wofür natürlich unser Beispiel
benutzt werden kann, welches hier nun dokumentiert wird:
| username Dieter Dau |
Los geht es wieder mit deinem (realen) Namen, welcher als Absender
der Mails benutzt wird.
| Address 2:2432/203.47 |
Hier ist deine Adresse anzugeben, wie auch schon bei Binkley und
fidoconfig.
| NODEPATH /etc/fido/nodelist
NODEPATHV7 /etc/fido/nodelist |
Auch diese Angabe wurde schon in Binkley einmal gemacht: der Pfad zur
FidoNet-Nodeliste. Diese kann GoldEd dann dazu benutzen, um ein
Adressbuch zu führen oder auch einfach nur, wenn man mal rausfinden
will, bei welchem Sysop ein Point eigentlich Unterschlupf gefunden hat.
Hier erfährt man dann auch, aus welcher Region jemand kommt, was
manchmal als kleine Randinformation ganz nett sein kann.
| // Your origin lines.
GROUP * ORIGIN "Mein Lieblingsspruch" ORIGIN "Ein alter, abgegriffener Spruch" ENDGROUP< |
Hier werden die Origins eingegeben. Diese Zeilen am Ende einer jeden
Mail, die früher eine rein technische Bedeutung hatten, werden ja
heute gerne für lustige Sprüche oder ähnliches benutzt.
An dieser Stelle kannst du nun entweder einen einzigen Origin festlegen,
dann benötigst du nur eine "ORIGIN"-Zeile und kannst dir
auch das "GROUP *" und "ENDGROUP" sparen oder machst
es wie oben: aus diesen drei Origins wird dann bei einer Mail, die du
schreibst per Zufall eines ausgewählt. Natürlich sind hier
auch mehr als drei Angaben möglich.
| OUTPUTFILE /home/dieter/goldieraus.txt
INPUTFILE /home/dieter/goldierein.txt |
Beim Lesen einer Mail ist es möglich, die gerade gelesene Mail
in eine externe Datei zu exportieren, entsprechend kann beim Schreiben
auch eine externe Datei importiert werden. Diese Angaben sorgen nun
dafür, dass GoldEd bei der Abfrage, wohin er nun etwa exportieren
soll, gleich einen vernünftigen Vorschlag macht und nicht ein
leeres Dialogfeld präsentiert (ich sag doch: GoldEd ist bis in den
letzten Winkel einstellbar ;)).
| EDITSAVEMENU NO |
Wenn man in GoldEd eine Nachricht geschrieben hat und diese nun mit
ALT+S speichern will, fragt GoldEd normalerweise nach, ob es diese nun
wirklich speichern soll oder ob es nicht lieber doch etwas anderes
machen darf. Mit obiger Option sorgt man dafür, dass das Programm
einfach nur speichert und ansonsten die Klappe hält.
| EDITREPLYRE NO ; Remove the "Re:" if there is one. |
Eine recht wichtige Option: im FidoNet ist es oftmals üblich, dass man beim Antworten auf eine Nachricht in den Betreff nicht das Kürzel "Re:" schreibt, wie es ja sonst z.B. im Internet die Regel ist. In öffentlichen Diskussionen besteht ein sehr grosser Teil so oder so aus Antworten, weshalb dieses "Re:" eine absolut nutzlose Information überträgt und Nachrichten, die doch mal keine Antwort sind, sondern neu, sind eh an "Alle" gerichtet.
Andererseits ist natürlich auch das wieder Geschmackssache. Es
gibt keine Regel, die einem ein "Re:" verbietet, was auch
völlig albern währe und dementsprechend gibt es auch
genügend Leute, die es verwendet. Aber wie auch immer: meine
Meinung kennst du jetzt - entscheide selbst.
| ASKDELORIG NO |
Beim Antworten auf Netmails (private Nachrichten) hat GoldEd schon
mal ganz gerne die Eigenschaften, die Mail, auf die geantwortet wurde,
löschen zu wollen. Mit dieser Einstellung unterdrückt man das
merkwürdige Verhalten.
| WHOTO Alle |
Wenn man in einem öffentlichen Echo eine neue Nachricht
schreibt, so wird diese standardmäßig an "Alle"
gerichtet.
| TEMPLATE golded.tpl "Default template" |
Die Vorlage für Nachrichten wird hier angegeben. Das bedeutet:
wenn man eine neue Nachricht oder auch eine Antwort schreibt, so wird
von GoldEd schon mal automatisch Kopf-, Fußzeile und
ähnliches vorgegeben.
| MSGLISTFIRST YES |
Diese Funktion sorgt dafür, dass man beim Wechseln von der
Echoliste in ein Echo zunächst die Liste der dort vorhandenen
Nachrichten bekommt. Normalerweise öffnet GoldEd beim Öffnen
eines Echos sofort die zuletzt gelesene Nachricht.
| HIGHLIGHTUNREAD YES ; Yes, enable this feature. |
Noch nicht gelesene Nachrichten werden von den anderen abgehoben.
| PERSONALMAIL STARTUP |
Dies sorgt dafür, dass GoldEd beim Start überprüft, in
welchen Echos neue Mails liegen, die an dich gerichtet sind.
| STYLECODES YES |
Im Fido ist es gängig, Text als hervorgehoben zu markieren,
indem man ihn mit Sternen (*), Unterstrichen (_) oder
Schrägstrichen (/) umgibt. Ist obige Option aktiviert, werden auf
solche Art markierte Texte von GoldEd besonders hervorgehoben
dargestellt.
| -- CHARACTER TRANSLATION |
Dieser Teil der Konfiguration beschäftigt sich mit der Zeichenübersetzung. Da Fidosysteme unter zig verschiedenen Betriebssystemen laufen, kann es mit Sonderzeichen, also ASCII-Zeichen über 127, schon mal zu Problemen kommen, was sich in Deutschland natürlich besonders bei Umlauten oder dem scharfen s bemerkbar macht.
Um dem abzuhelfen, hat jede Mail einen sogenannten
"Charset-Kludge", also einen Eintrag, der besagt, mit welchem
Zeichensatz die Mail geschrieben wurde. GoldEd wertet diesen aus,
benutzt seine Zeichenübersetzungstabellen und macht dann aus dem
Zeichensatz, in dem die Mail verfasst war denjenigen Zeichensatz, der
auf deinem lokalen System läuft.
| // Path where the *.ESC and *.CHS files can be found.
XLATPATH /usr/local/fido/golded/xlat |
Dieses ist nun der Pfad zu besagten Übersetzungstabellen.
Es folgen nun ziemliche lange Listen, die GoldEd mitteilen, welche
Tabelle für welchen Fall benutzt werden sollen. Beispielhaft sei
hier mal eine erläutert:
| XLATCHARSET IBMPC LATIN-1 ibm_iso.chs |
Wenn also eine Mail im Format "IBMPC" vorgefunden wird und
auf dem lokalen System aber "LATIN-1" benötigt wird, so
schaut GoldEd in der Tabelle ibm_iso.chs (welche im Unterverzeichnis
xlat/ liegt) nach, um diese Übersetzung durchzuführen.
| // The character set that incoming messages are assumed to
have.
XLATIMPORT LATIN-1 |
Sollten fremde Nachrichten keinen "Charset-Kludge"
aufweisen, so wird angenommen, dass sie vom Typ "LATIN-1"
sind.
| // Default character set for messages that you write.
XLATEXPORT LATIN-1 |
Dies ist der Zeichensatz, der deinen Mails später zugewiesen
wird. Wenn du also eine Mail schreibst und ein anderer Fido-Mensch diese
liest, so wird dessen Mail-Reader ein Charset-Kludge finden, welches
besagt, dass die Mail im "LATIN-1"-Format ist.
| // The actual physical character set.
XLATLOCALSET LATIN-1 |
Dies ist der tatsächlich vorhandene Zeichensatz, bei Linux in
der Regel Latin-1. Die Einträge XLATEXPORT und XLATLOCALSET sollten
eigentlich identisch sein.
| AREASCAN *
AREAPMSCAN * |
Dies sorgt dafür, dass GoldEd beim Starten alle Areas nach neuen
Nachrichten durchsucht.
| AREALISTSORT |
Die Areas sollen alphabetisch sortiert werden.
| GOLDPATH /usr/local/fido/golded |
Der Pfad zu GoldEd selbst.
Nun folgen die einzelnen Areadefinitionen. Wir erinnern uns: die Schnittstelle zwischen Tosser (hpt) und Mailreader ist die Messagebase. GoldEd greift also nun auf die Squish-Messagebase zu, in welche hpt zuvor Nachrichten hineingeschrieben hat. Die Pfad- und Namensangeben für die einzelnen Areas sollten also mit denen in hpt, bzw. fidoconfig, übereinstimmen.
Ähnlich wie in der Anleitung zu hpt seien hier einige
Beispielhaft dokumentiert.
| areadef NetMailArea "NetMailArea" 0 net Squish /etc/fido/msgBase/netmail 2:2432/203.47 |
Dieses ist also die Definition für die Netmail-Area. Das
Schlüsselwort "Areadef" leitet die Definition ein,
gefolgt vom Namen der Area, dieser sollte mit dem Namen in der
fidoconfig übereinstimmen. Der dritte Parameter ist eine
Beschreibung der Area. Oftmals wird dabei einfach nochmal der Name
wiederholt, prinziepiell kann hier aber eine beliebige Beschreibung
eingegeben werden. Die "0" bezeichnet die Gruppe, zu der eine
Area gehört - Gruppen kamen in dieser Anleitung noch nicht vor,
daher am besten einfach so belassen. Der nächste Parameter -
"net" - bezeichnet den Typ der Area. Eine Netmail-Area ist
logischerweise vom Typ net, was die Abkürzung für Netmail ist.
"Squish" gibt wieder das Format der Messagebase an, der
nachfolgende Pfad beschreibt, wo in der Messagebase die Daten der Area
zu finden sind und abschließend steht die Adresse, mit der man in
dieser Area schreibt.
| areadef DupeArea "DupeArea" 0 local Squish /etc/fnet/msgBase/dupe 2:2432/203.47 |
Auch diese Area, die Dupe-Area wurde schon in der Konfiguration zu
hpt betrachtet. Sie wird in der golded.cfg sehr ähnlich definiert,
wie die Netmail-Area, nur das Schlüsselwort "local" sorgt
dafür, dass GoldEd weiss, dass es sich bei dieser Area nicht um ein
Teil des FidoNets handelt, sondern dass die hier stehenden Nachricht
ausschließlich zur lokalen Speicherung dienen.
| areadef LINUX.GER "LINUX.GER" 0 echo Squish /etc/fnet/msgBase/linux.ger 2:2450/410.10 |
Auch diese Definition bringt nichts neues mehr ausser den Begriff "echo". Hiermit weiss GoldEd nun, dass dies eine öffentliches Echo ist.
Um nicht alle Areas, die man schon in der hpt-Konfiguration stehen
hat, nochmal von Hand eintragen zu müssen, gibt es
glücklicherweise von den fidoconfig-Entwicklern Abhilfe,
nämlich das Programm "fconf2golded", welches man beim
Installieren von fidoconfig mitinstalliert hat. Wenn du es zum Beispiel
wie folgt aufrufst
| fconf2golded /usr/local/fido/golded/areas.new |
so hast du anschließend in deinem GoldEd-Verzeichnis die Datei areas.new. Dies ist eine abgespeckte Version der golded.cfg, die jedoch alle in der fidoconfig eingetragenen Areadefinitionen im GoldEd-Format enthält. Diese kannst du nun einfach in deine eigene golded.cfg hineinkopieren und schon ist GoldEd bestens mit der Messagebase vertraut.
Das war es auch schon zur golded.cfg, nun noch kurz, wie versprochen,
zur golded.tpl, also der Template-Datei für neue Nachrichten:
|
;-------------------------------------------------------------------
; Sample message template file for GoldED ;------------------------------------------------------------------- ; Insert these lines if the message is a moved reply. ;---------------------------------------------------------------------- @Moved* Answering a message in area @OEcho (@ODesc). |
"Moved reply" bedeutet, dass man eine Nachrichtet an einer anderen Stelle beantwortet als dort, wo sie ursprünglich geschrieben wurde. Wenn man also auf eine Nachricht in der STARTREK.GER in der STARTREK.HOLOSUITE.GER antwortet, so ist das ein solcher Fall.
In diesem Fall würde GoldEd dann automatisch den Text "*
Answering a message in area STARTREK.GER (STARTREK.GER)" an den
Beginn dieser Antwort schreiben.
|
;----------------------------------------------------------------------
; Normal template begins. ;---------------------------------------------------------------------- Sei gegruesst, @pseudo! |
Dieser Text steht dann zu Beginn einer jeder deiner Nachrichten,
wobei das @pseudo durch normalerweise durch den Vornamen des
Empfängers ersetzt wird.
|
;----------------------------------------------------------------------
; Position cursor for the editor. ;---------------------------------------------------------------------- @Position |
Bei einer Nachricht, die du schreibst, wird sich der Cursor dann
immer nach dieser Begrüssungszeile befinden und auf deinen eigenen
Text warten.
|
;----------------------------------------------------------------------
; Insert quote of the original message here, if our message is a ; comment-reply or quote-reply. ;---------------------------------------------------------------------- @Quote |
Wenn du auf eine Nachricht antwortest und dabei die Originalmail
quotest (=zitierst), was der Normalfall sein dürfte, so wird dieser
Originaltext hier eingefügt, also unter der Cursorposition.
|
;----------------------------------------------------------------------
; Sign the message with your first name. ;---------------------------------------------------------------------- Bis bald, @CFName |
Am Ende deiner Nachricht, also unmittelbar nach dem Quote-Text
erscheint dann als Unterschrift ein abschließender Gruß und
dein Vorname
|
;----------------------------------------------------------------------
; Insert these lines if the message is forwarded. ;---------------------------------------------------------------------- @Forward============================================================= @Forward* Forwarded by @CName (@CAddr) @Forward* Area : @OEcho (@ODesc) @Forward* From : @OName, @OAddr (@ODate @OTime) @Forward* To : @DName @Forward* Subj : @Subject @Forward============================================================== |
Falls du eine Nachricht an jemand anders weiterleiten möchtest, so wird über den Originaltext diese Überschrift geschrieben, in welcher der eigentliche Ursprung, Absender, etc. der Ursprungsmail angegeben sind.
Danach folgt dann...
|
;----------------------------------------------------------------------
; If we are forwarding or changing, the original message is inserted ; here, with the @Message token. ;---------------------------------------------------------------------- @Message |
... die weitergeleitete Nachricht selbst und dann...
| Forward==================================================== |
... noch ein abschließender Strich.
Im Überblick sähe also eine Nachricht von dir so aus, bevor du eigenen Text eingegeben hast:
---------
Sei grgrüsst, Karl!
x
kk> Hallo!
kk> Ich wollte nur mal sehen, wozu dieser Knopf hier ist!
Bis bald,
Dieter
=============================================
*Forwarded...
[...]
----------
Wobei das x die Stelle markiert, an der der Curser erscheint. Dazu noch eine Anmerkung: dieses Beispiel ist insofern albern, da man eigentlich nicht eine Nachricht weiterleiten kann und eine andere quotet, aber es zeigt einfach gut die Struktur von dem, was wir oben angestellt haben.
Wer allerdings meint, das seien alle möglichkeiten, die diese Templates bieten, der lasse sich von den zahlreichen tpl-Beispieldateien im doc-Verzeichnis eines besseren belehren.
Fertig. GoldEd sollte jetzt laufen. Viel Spaß beim Mail lesen.
Was jetzt zum vollständigen Glück noch fehlt, ist der Nodelisten-Compiler.
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